Ronaldinho

RonaldinhoRonaldo De Assis Moreira wird in Brasilien „Gaúcho“ gerufen. Dies weil dort alle, die so wie er aus dem südlichsten brasilianischen Bundesstaat „Rio Grande do Sul“ stammen so genannt werden und um ihn von „Ronaldo„, seinen um vier Jahre älteren Kollegen aus dem Sturm der brasilianischen Nationalmannschaft (der „Seleção“) zu unterscheiden. Jener wird dort nämlich „Ronaldinho“ genannt.

„Ronaldinho“ wiederum ist aber der Eigenname des 27jährigen torgefährlichen brasilianischen Stars der Nationalmannschaft und Spielers des FC Barcelona. Und unter diesem Namen ist der 1,81 m große und 80 kg schwere Star auch den Fußballfans der ganzen Welt bekannt.

Ob er nun super-torgefährlicher Mittelfeldspieler oder spielmachender Stürmer ist, dass ist umstritten. Er selbst bezeichnet sich auf seiner offiziellen Internetpräsenz als „forward“ – also als Stürmer.

Geboren wurde er in Porto Alegre, der Hauptstadt von Rio Grande do Sul, am 21. März 1980 als Sohn von Joao de Silva Moreira und Doña Miguelina. Sein Vater ertrank im eigenen Swimming-Pool, als Ronaldinho acht Jahre alt war. Er hat zwei Geschwister: Schwester Deisi und der neun Jahre ältere Bruder Roberto, früher selbst Profifußballer unter anderem in der Schweiz beim FC Sion und heute „Ronaldinhos“ Manager.

Sowohl die Vereins- also auch die Nationalmannschafts-Karriere begann im Alter von 17 Jahren: Mit seinem Heimatverein, dem „Grêmio Porto Alegre“, spielte er 1997 in der ersten brasilianischen Liga, mit der U17 gewann er im selben Jahr den FIFA-Weltmeistertitel. Mit der A-Mannschaft errang er in Paraguay zwei Jahre später den „Copa América“ – also die Südamerika-Meisterschaft.

Sein ganz großer Durchbruch auf internationaler Ebene gelang 2002 beim Gewinn des Weltmeistertitels in Japan und Südkorea, wo im Finale in Yokohama Deutschland mit 2:0 besiegt wurde.
Zuvor gewann Brasilien, das von allen Titelkandidaten die lösbarste Gruppe erwischt zu haben schien, die Vorrundengruppe C mit drei Siegen aus drei Spielen. Jedoch machte die Türkei gleich im ersten Spiel mehr Mühe als erwartet. Der brasilianische 2:1-Auftaktsieg gegen die Türken war umstritten, weil der Schiedsrichter Jung Soo Kim einige unglückliche Entscheidungen traf. Die Türkei konnte sich als Gruppenzweiter letztendlich aber doch dank Schützenhilfe der Brasilianer für die KO-Runde qualifizieren. Nur knapp verpasste Costa Rica, das im letzten Gruppenspiel zwischenzeitlich gegen Brasilien auf 2:3 herangekommen war, den zweiten Achtelfinaleinzug nach 1990. Das Spiel ging dann letztendlich mit 2:5 verloren. China wurde in dieser Gruppe chancenlos Vierter mit 0 Punkten. Die Türken drangen damals sogar bis ins Halbfinale vor, um dort wiederum gegen Brasilien mit 0:1 auszuscheiden.
Der damals 23-Jährige Ronaldinho spielte in den ersten beiden der drei Vorrundenspiele, wurde aber beide Male ausgewechselt. Auch beim 2:0 gegen Belgien im Achtelfinale musste er rund zehn Minuten vor Spielende weichen. Beim 2:1-Sieg im Viertelfinale gegen England spielte er von Anfang an und ihm gelang sogar der Siegtreffer in der 50. Minute per Freistoß. Acht Minuten später sah er allerdings nach einem Foul an Mills die Rote Karte. Beim 1:0 im Halbfinale gegen die Türkei fehlte er folglich, um seine Sperre abzusitzen. Auch im Finale gegen Deutschland wurde er in der 85. Minute ausgewechselt, er spielte somit in nur fünf von sieben Spielen des Turniers und in keinem davon die vollen 90 Minuten. Dennoch wurde er ins Allstar-Team gewählt.

Im Sommer 2002 folgte auch sein Vereinswechsel nach Europa, dort kickte er in der Saison 2002/03 in der ersten französischen Liga 27 mal für Paris St. Germain (Platz 11 mit 8 geschossen Toren, wobei er dreimal Gelb und einmal Rot sah). „Ronaldinho“ wechselte schon nach einem Jahr, also im Sommer 2003, zum FC Barcelona nach Spanien, wo er noch bis 2010 unter Vertrag steht. Dort hat er in Ligaspielen (Stand: 15. Oktober 2007) bisher 64 Tore in 132 Spielen geschossen, sah 27 mal Gelb, einmal Gelb/Rot und einmal Rot. Er konnte mit „Barca“ zweimal die spanische Meisterschaft gewinnen (2005 und 2006, jeweils vor Real Madrid) und wurde ebenfalls zweimal Zweiter (2004 hinter dem FC Valencia und 2007 hinter Real Madrid). 2006 konnte er mit Barcelona auch die UEFA-Championsleague gewinnen, denn im Finale im „Stade de France“ in Paris am 17. Mai 2006 konnte ein 0:1-Halbzeit-Rückstand gegen den FC Arsenal (England) innerhalb von nur vier Minuten ab der 76. Minute gedreht werden. Barcelona mit dem stürmenden Mittelfeldregisseur bzw. dem spielsteuernden Stürmer „Ronaldinho“ gewann 2:1.

Einen weiteren Titel – im gelb/blauen brasilianischen Nationaldress – konnte „Ronaldinho“ im „Confederations Cup“ erringen. Diesen FIFA-Wettbewerb gibt es seit 1992 – seit 2001 wird er immer im Sommer vor der anstehenden Weltmeisterschaft im jeweiligen Gastgeberland als „Testveranstaltung“ ausgetragen. Qualifiziert sind hier acht Mannschaften: Die jeweils aktuellen sechs Meister der Fußball-Kontinentalverbände
– „Asian Football Confederation (AFC)“ (Asien),
– „Confédération Africaine de football (CAF)“ (Afrika),
– „Confederación Sudamericana de Fútbol (CONMEBOL CSF)“ (Südamerika),
– „Confederation of North and Central American and Caribbean Association Football (CONCACAF)“ (Nord- und Mittelamerika und Karibik),
– „Oceania Football Confederation (OFC)“ (Ozeanien) und
– „Union of European Football Associations (UEFA)“ (Europa),
sowie der
– Gastgeber und
– der aktuell amtierende Weltmeister.

2005 also gewann „Ronaldinho“ mit seiner Seleção eben diesen Confederations Cup, das WM-Vorbereitungsturnier in Deutschland. Er bestritt alle drei Vorrundenspiele, wurde beim 3:0-Auftaktsieg im Zentralstadion Leipzig gegen Europameister Griechenland jedoch in der 71. Minute für Ricardo Oliveira ausgewechselt. Beim überaus spannenden 3:2 im Halbfinale im Franken-Stadion zu Nürnberg gegen Gastgeber Deutschland wurde er zwar in der 87. Minute für Baptista ausgewechselt, kurz vor der Pause erzielte er aber die zwischenzeitliche und wichtige 2:1-Führung für die Südamerikaner per Foulelfmeter. Das ungefährdet gewonnene Finale (4:1 gegen Argentinien in Frankfurt) spielte er dagegen die vollen 90 Minuten und erzielte ebenfalls ein Tor zum 3:0 in der 47. Minute).

Zuvor nahm er nur einmal – nämlich 1999, also dem Jahr seines Debüts im Dress der brasilianischen A-Mannschaft – am Confederations Cup teil: Dort verlor die „Seleção“ allerdings das Finale gegen Gastgeber Mexico mit 4:3. „Ronaldinho“ gelang damals im ersten Spiel der Brasilianer in Gruppe B beim 4:0-Sieg gegen Deutschland, das damals als Vorrundendritter ausschied, das 2:0 in der 72. Minute. Im zweiten Vorrundenspiel gegen die USA schoss er das einzige Tor des Spiels: Schon in der 13. Minute erzielte er den Siegtreffer, in der 80.Minute musste er Beto weichen. Beim letzten Vorrundenspiel gegen Neuseeland wurde er dagegen erst in der 64. Minute eingewechselt, stellte aber in diesem Spiel mit seinem finalen 2:0-Siegtreffer in der 88. Minute den ungefährdeten 9-Punkte-Gruppensieg der Brasilianer in der Vorrunde sicher. Im Halbfinale gegen Saudi-Arabien steuerte der damals 19-Jährige zum Sieg drei Tore bei: das 2:0 in der 11. Minute, das 6:2 in der 65. Minute und das den Endstand bedeutende 8:2 in der 90. Minute. Im schon erwähnten, mit 3:4 verlorenen Finale spielte „Ronaldinho“ ebenfalls durch, es gelang ihm aber hier kein Treffer.

„Ronaldinho“ kann aber nicht nur auf Erfolge mit der Nationalmannschaft zurückblicken: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland schied er zusammen mit den hoch gehandelten, jedoch schwach spielenden Brasilianern schon im Viertelfinale in Frankfurt am Main gegen den späteren Vizeweltmeister Frankreich mit 0:1 aus. Zwar konnte die Vorrundengruppe H als Erster mit der bestmöglichen Punktzahl 9 gewonnen werden und auch das Achtelfinale gegen Ghana ging mit 3:0 relativ deutlich an die Südamerikaner, jedoch konnte in keinem Spiel weder die Seleção noch deren Star „Ronaldinho“ ihrer Favoritenrolle gerecht werden.

Insgesamt absolvierte er im Nationaltrikot 68 Spiele, schoss dabei 26 Tore, erhielt fünfmal Gelb, einmal Gelb/Rot und einmal Rot.

Im Laufe seine Karriere wurde errang „Ronaldinho“ unter anderem folgende herausragende Auszeichnungen:
– Torschützenkönig der U17-WM 1997,
– Torschützenkönig der brasilianischen Meisterschaft 1999,
– Torschützenkönig und „Bester Spieler“ des Confederations Cup 1999,
– bester ausländischer Spieler in der spanischen Liga der Saison 2003/2004,
– Weltfußballer 2004 und 2005 und
– Europas Fußballer 2005.

Am 27. August 2007 nahm Ronaldinho neben seiner brasilianischen auch die spanische Staatsbürgerschaft an.

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