90 Minuten Südamerika – Buchvorstellung

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90 Minuten Südamerika ist sicherlich kein klassisches „Fußballbuch“, zumindestens rückt das runde Leder in den vielen unterschiedlichen Anekdoten des Autors über seine Trips durch Lateinamerika oft in den Hintergrund. Aber dennoch ist König Fußball allgegenwärtig, egal ob in Mexiko oder Argentinien, ganz entziehen kann man sich ihm nie. Nachfolgend möchte ich einen kurzen Einblick in das Buch „90 Minuten Südamerika“ von Mark Scheppert gewähren und abschließend meine persönlich Meinung euch mitteilen.

Egal ob WM oder EM, während man als Leser selbst bei den meisten Ereignissen wohl vor der Glotze gehockt und seiner Mannschaft zugejubelt hat, war Protagonist Mark Scheppert allein, zu zweit oder mit seinen Freunden Matze, Jenna und Göte in Südamerika unterwegs. Von diesen Reisen berichtet er in 11 Kapiteln auf 154 Seiten. Dabei ist jede Reise ein Erlebnis für sich und man trifft aus der Sicht Schepperts auf die unterschiedlichsten Charaktere. Eins haben die Reiseabenteuer durch den grünen Kontinent aber immer gemeinsam: Freundschaften, Frauen, Fußball und achja, der Alkohol. Bei der ein oder anderen Schilderung muss man sich schon Fragen, ob die Intention der Reise das Leeren sämtlicher Alkohol-Reserven von Südamerika war. Aber das zeichnet wahrscheinlich auch das Buch aus, die Berichte sind nicht geschönt sondern grundehrlich und deswegen auch so authentisch. Das Werk ist weder ein Fußballbuch noch ein Reiseführer. Viel mehr ist es eine Liebeserklärung an einen Kontinent, in dem 2014 die Weltmeisterschaft stattfinden wird.

Durch die einfachsten Mitteln schafft der Autor mit dem Leser ein Gemeinschaftsgefühl. Durch die konkreten Jahresangaben vor dem Beginn jedes Kapitels beginnt der Leser sich selbst zu hinterfragen, wo war ich damals und was habe ich gemacht. Auch in dem Scheppert nicht nur die Veränderungen bei seinem geliebten südamerikanischen Kontinent aufzeigt, sondern eben auch auf die Ereignisse in der deutschen Geschichte immer wieder kurz eingeht, weckt er beim Leser vertraute Erinnerungen. So entsteht eine große Verbundenheit, durch die das Mitfieber seiner weiteren Abenteuer noch intensiver wird.

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen. Es liest sich sehr flüssig und hat zumindestens bei mir das Fernweh geweckt. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich die zeitlichen Sprünge, sowie den unmittelbaren Einstieg in das ein oder andere Kapitel. Man wird als Leser teilweise ins kalte Wasser geworfen, eine Orientierung fällt anfangs schwer. Weiß man dann aber erst einmal in welchem südamerikanischen Land man diesmal gelandet ist und welche Freunde dem Protagonisten Scheppert begleiten, dann fühlt man wieder das Gefühl mit einem alten Bekannten ein abenteuerreiches Land zu erkunden. Dieses Gefühl verstärkt sich mit dem voranschreiten der weiteren Kapitel, sodass man am Ende fast schon wehmütig auf das mit Mark Scheppert und seine Freunde Erlebte zurückblickt. Immerhin lassen die letzten Zeilen auf ein (reales?) Wiedersehen hoffen:

13. Juni 2014, Rio de Janeiro

14 Uhr an der Copacabana

gegenüber vom Mariott-Hotel

am „gelben“ Kiosk

2 Kommentare

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